
Wasseraufbereitung für die Lackierstraßen des KIA-Werkes
Mehr als 120 Kubikmeter Prozesswasser pro Stunde benötigt das Fahrzeugwerk der KIA Motors im slowakischen Teplička nad Váhom. Für die Verarbeitung der Autolacke muss das Wasser in hochreiner Qualität nach definierten Güteparametern zur Verfügung stehen. Deshalb ist Wasser in Trinkwasserqualität der Ausgangs- bzw. Rohstoff, und sämtliche Systeme und Anlagenbestandteile müssen silikonfrei installiert sein.
Für den Generalauftraggeber Takenaka erarbeitete ProMinent die Anlagensysteme zur Wasseraufbereitung. Die Leistung umfasst die Komplettlösung von der Planung über die Lieferung und Montage bis zur Inbetriebnahme.
Das Anlagensystem erfüllt alle Funktionen des Prozesses zwischen Ausgangs- und Endprodukt:
- Lagern des Rohwassers
- die vorbehandelnden Prozessstufen Filtration, Entchlorung und Entsalzung
- die Hauptbehandlung durch Umkehrosmose und die Distribution zum Verbraucher
Das KIA-Werk produziert jährlich mehr als 300.000 Fahrzeuge. Es ist damit das zweitgrößte Werk eines asiatischen Automobilbauers in Europa. In den werkseigenen Lackierstraßen werden wasserlösliche Lacke verarbeitet. Als Lösungsanbieter in der Wasseraufbereitung ist ProMinent für die voll automatisierte Anlage verantwortlich.
Vorgehalten wird das Trinkwasser in Stahlbehältern von 300 m3 Fassungsvermögen. Zwei hoch leistungsfähige Vertikalpumpen fördern zusammen maximal 200 m3/h in die zweistufigen mechanischen Filteranlagen. Sie entfernen die festen Bestandteile bis 5 µm Partikelgröße.
Die chlorhaltigen Desinfektionsmittel im Trinkwasser sowie die Härtebildner Kalzium und Magnesium würden die Membranen der nachgeschalteten Umkehrosmose-Einheiten schädigen. Zum Entfernen der Desinfektionsmittel dient Natriumbisulfit-Lösung. Dessen Dosierung übernehmen zwei Dosierpumpen. Ein weiteres Dosiersystem führt den Antiskalant zu, um das Verblocken durch Kalk zu verhindern. Sowohl die Pumpenstation als auch die Dosiersysteme enthalten stand-by-Einheiten. Die vollautomatische Mess- und regelungstechnik überwacht deren einwandfreie Funktion.
Das Herz der Anlage bilden die drei Umkehr-Osmose-Einheiten zum Entsalzen. Mit einer Permeatqualität von 20 µS/cm erreichen sie eine außerordentlich hohe Salzrückhaltung. Ein Mess- und Regelsystem stellt das richtige Mischverhältnis von Permeat und vorbehandeltem Wasser ein. Es garantiert die zu erreichende Leitfähigkeit von 150 µS/cm und die Mineralienzusammensetzung im Endprodukt. Den pH-Wert von 7 bis 7,5 im Prozesswasser gewährleistet ein Dosiersystem mit der gesteuerten Dosierung von Natronlauge.
Der Nutzer stellt die gewünschten Parameter auf einem Touchscreen ein, von dem aus er die Gesamtanlage komfortabel steuert.
Am Ende des Prozesses transferiert ein Distributionssystem das aufbereitete Wasser zu den Verbrauchern. Eine By-pass-Leitung sorgt für Versorgungssicherheit.
Das Kontrollsystem Simatic S7 von Siemens vernetzt alle Komponenten. Über eine Profibus-Schnittstelle ist es perfekt in das übergeordnete Prozessleitsystem bei KIA eingebunden.

